Vorbereitungen

 

Nachdem ich im Dezember 2006 in Bonn die Ausstellung "Angkor - das göttliche Erbe Kambodschas" besucht hatte, verfestigte sich bei mir der Wunsch nach Kambodscha zu reisen und die Anlage in natura zu besuchen.

Ein Flug war schnell gefunden: Da Thai Airways ab April Sondertarife für die Nachsaison anbot, war ein Termin schnell gefunden. Ich erhielt für einen Superpreis von 650 Euro einen durchgehenden Tarif bis Phnom Penh. Die Reisezeit von Frankfurt bis Phnom Penh betrug inklusive einer Stunde Umsteigezeit in Bangkok gerade mal 13 Stunden. Schneller kommt man nicht nach Kambodscha.

 

Abreise am 24. April 2007

 

Die Reise begann in der U-Bahn-Haltestelle "Bonn Hauptbahnhof". Da die Deutsche Bahn die schnelle ICE-Verbindung von Bonn nach Siegburg verlegt hatte, muß man erstmal 20 Minuten mit der Strassenbahn dorthin fahren. Von dort aus brauchte der ICE mit 300 km/h nur 40 Minuten bis zum Frankfurter Flughafen. Nach den üblichen Check-in-Prozeduren blieb noch viel Zeit für einen letzten Milchkaffee auf deutschem Boden.

 

 

Pünktlich um 15 Uhr wurde die Boeing 747 der Thai Airways von Gate aufs Vorfeld geschoben. Nur ca. 15 Minuten später hab die Maschine zu dem 10-stündigen Flug nach Bangkok ab. Die Maschine war brechend voll und ich hatte nur noch einen Gangplatz im Mittelblock bekommen - direkt vor meiner Nase die nonstop flimmerde Videoleinwand. Entschädigt wurde dieser unbequeme Platz durch viel Beinfreiheit und ein derart leckeres Essen, wie ich es im Flugzeug noch nicht erlebt hatte. Alles in allem ein Service, an dem sich mache Fluggesellschaft eine Scheibe abschneiden könnte.

Ankunft in Asien

Nach einer insgesamt schlaflosen Nacht (wegen der Videos) landete die Maschine morgens um 6.00 auf dem neuen Flughafen von Bangkok. Kaum waren die Flugzeugtüren geöffnet, strömte feuchtheisse Luft in die Kabine, an die ich mich nun für die nächsten 3 Wochen gewöhnen mußte. Der neue Flughafen von Bangkok wirkt wegen seiner Größe auf den ersten Blick ziemlich öde und leer.

 

 

Nach Phnom Penh flog eine Boeing 737 und brauchte eine knappe Stunde für die Strecke. Trotz des kurzen Fluges wurde um 8 Uhr morgens wieder eine üppige warme Mahlzeit serviert.

 

 

Die Maschine landete pünktlich auf dem kleinen Flughafen von Phnom Penh. Jetzt erstmal die Einreiseformalitäten. Den Visaantrag hatte ich zu Hause schon aus dem Internet runtergeladen, ausgefüllt und ausgedruckt und die vorgeschriebenen 2 Paßbilder zusammen mit meinem Paß in der Hand. Nun hatte ich die erste Begegnung mit Kambodschanern. Hinter einem langen Tresen tummelten sich etliche gepflegte Herren mit sehr ersten Mienen, deren Uniformen mit Aufnähern und Orden reich geschmückt waren. Im linken Bereich stand ein Herr, der jedem Ausländer Paß, Antrag und Paßbilder abnahm. Dann wurde man gleich an die Kasse in der Mitte des Tresens geschickt, an der man die 20 Dollar Visagebühr gegen Quittung zahlen mußte. Am rechten Schalter bekam man seinen Paß zurück, indem der Herr dort die Pässe einfach wortlos hochhielt. Kein leichtes Unterfangen, auf eine Entfernung von etwa 2 Metern seinen Paß zu erkennen, da fast alle Ausländer den roten EU-Paß besaßen. Aber es klappte. Nach etwa 5 Minuten hatte ich einen stattlichen Aufkleber in meinem Paß, meine Eintrittskarte nach Kambodscha. Als nächstes kam die eigentliche Paßkontrolle: In einer Kabine, deren Verkleidung so hoch gebaut war, dass nur die Augen des uniformierten Herrn zu sehen, wurde mein Paß wieder eingesehen. Er starrte lange regungslos auf meinen Paß, dann hörte ich endlos viele Stempel knallen und bekam den Paps mit einem freundlichen Lächeln zurück.

Ich durfte kambodschanischen Boden betreten.

Nachdem ich mein Gepäck wohlbehalten vom Band geholt hatte, erlebte ich die erste richtige Überraschung: In der Gruppe der Abholer stand ein Herr und hielt ein Schild hoch: "Welcome Mr. Gilles". Es war ein Fahrer des Hostels, das ich per Mail reserviert hatte und denen ich auf Rückfrage die Nummer meines Fluges angeben sollte.

Sofort schnappte er mein Gepäck und führte mich zu seinem Fahrzeug. Anstatt stilvoll mit einem Taxi wurde ich mit meinem Gepäck in ein Tuk-Tuk geladen (wer noch nie in Asien war: Das ist ein kleines offenes Wägelchen mit 4 Sitzplätzen, das von einem Moped gezogen wird). Etwa eine halbe Stunde dauerte die Fahrt zu meiner Unterkunft in der Nachbarschaft von Königspalast und Nationalmuseum. Nach 17 Stunden Aufenthalt in Klimaanlagen war der durch Strassenstaub und Abgasen durchmischte Fahrtwind eine Wohltat. Auch die erste Dusche nach der langen Reise.

 

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